MIR-Story

Seit fast dreißig Jahren setzt sich die Musikinitiative Rock e.V. Stuttgart für Bands und Musiker ein.

Eberhardt Grupp

Die frühen 70er des 20. Jahrhunderts gelten heute als die Wiege der Rockmusik. Bands wie The Who, Led Zeppelin, Deep Purple oder Black Sabbath sind längst zu Klassikern geworden.
In Stuttgart ging es natürlich etwas beschaulicher zu, man lauschte den Klängen von Anyones Daughter, Cannock, Müll oder Argo, aber es dominierte noch der Jazz.
An den Jazzern, die sich in der IG Jazz organisiert hatten, orientierten sich schließlich auch die Rockmusiker der Stadt, denen es an Auftrittsmöglichkeiten und noch viel mehr an Proberäumen fehlte.

Frühjahr 1983 – Vorstellung des Rocksamplers im Bruddler

Gemeinsam wollte man mehr erreichen und sich auch für die gesellschaftliche Anerkennung der neuen Musik einsetzen. Unter Federführung von Eberhard Grupp gründete sich 1978 die Musikinitiative Rock e.V. Stuttgart (MIR).
Die Idee, Rockmusik im Verein zu betreiben, war von Anfang an umstritten:.
Die MIR organisierte Konzerte in Turnhallen andere Locations standen damals nicht zur Verfügung. Die Musiker jammten in Kneipen wie dem Bruddler (heute: Schlesinger) und standen bei ihren Altersgenossen stets im Verdacht, nicht revolutionär genug zu sein.

Gleichzeitig strebte die MIR nach finanzieller Unterstützung durch die Stadt Stuttgart, wo man die Langhaarigen mit der Affenmusik lange Zeit für vollkommen unseriös hielt.
Eberhard Grupps Hartnäckigkeit aber zahlte sich schließlich aus. Das Kulturamt unterstützte Bandaustauschprogramme mit der Partnerstadt Cardiff, finanzierte drei “Stuttgarter Rocksampler” und baute schließlich auch die RÖHRE zur Konzerthalle aus.

Im Jahr 1987 verstarb der 45-jährige Eberhard Grupp ganz plötzlich und hinterließ einen weitgehend unorganisierten, chaotischen und wilden Haufen junger Musiker, dessen älteste Mitglieder gerade einmal 28 Lenze zählten.
Dass die MIR diese Phase überlebt hat, kann heute noch als kleines Wunder betrachtet werden.
Der Verlust der RÖHRE als Veranstaltungsort war der zweite schwere Schlag für die MIR. Danach aber setzte sich eine “Jetzt erst recht”-Mentalität durch: Schon 1992 konnte am Feuerbacher Bahnhof das erste Übungsraumzentrum in Betrieb genommen werden, 1994 kam ein weiteres Gebäude hinzu.

Beide wurden wenige Jahre später wegen der Planungen für Stuttgart 21 abgerissen, aber es gelang der MIR, am Pragsattel einen Ersatz zu finden. Seit 1998 hat sie nun ein dauerhaftes Domizil mit 19 Proberäumen und einem Büro im MKI. Seit 2003 finanziert die Stadt Stuttgart auch den dringend benötigten hauptamtlichen Arbeitsplatz für die Organisation von Konzerten und die Betreuung der Bands.
Die MIR gehört zu den Gründungsmitgliedern der LARI e.V. , aus der zunächst die Rockstiftung Baden-Württemberg und später dann die Popakademie hervorging.

Newsletter

Kontakt